Fa. Schnabel zieht sich aus Rembrücken zurück [Update 31.08.2026]

Kündigung Kabel-TV
Kabel-TV-Verträge werden gekündigt (KI-generiert)

Das hat bei einigen Einwohnern zu massiver Verärgerung geführt: die Fa. WMB Kabelservice Schnabel aus Hainburg, die seit Jahr(zehnt)en in Rembrücken Kabelfernsehen sowie Internetzugänge über das TV-Kabel anbietet, zieht sich offensichtlich aus Rembrücken zurück und hat wohl die bestehenden Verträge ihrer Kunden zum 30.09. diesen Jahres gekündigt. Diese Information basiert auf Gesprächen mit Betroffenen – eine entsprechende Anfrage hat die Fa. Schnabel bislang (noch) nicht beantwortet. UPDATE vom 31.08.2027: Die Stellungnahme liegt vor, siehe Ende des Artikels.

Sollte sich das bewahrheiten, haben viele ein konkretes Problem: Kabel-TV lässt sich heutzutage ja relativ problemlos mit Sat-TV oder entsprechenden Streamingangeboten über das Internet wie beispielsweise Magenta TV, Zattoo oder Waipu ersetzen (wobei dafür dann natürlich neue Hardware in Bezug auf Set-Top-Boxen, Satellitenschüssel oder Streaming Sticks notwendig ist); für den Internetzugang (der dafür dann ja auch gebraucht würde) wird das schon schwieriger – denn viele haben vor Jahren bei GVG/teranet einen Glasfaseranschluss bestellt, der aber aktuell in vielen Haushalten noch nicht betriebsbereit ist.

Nach Aussage von GVG/teranet ist man – nach aktuell dreiwöchiger Unterbrechung – jetzt wieder mit dem weiteren Ausbau beschäftigt und beabsichtigt, alle Anschlüsse bis spätestens Jahresende zu schalten. Allerdings kennen wir alle diese Aussage seit vielen Jahren – ob das dieses Mal so hinhaut, sei einmal dahingestellt. Nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung ist mir jedoch bekannt, dass sämtliche erforderlichen Zustimmungen für den weiteren Ausbau vorliegen und es keine offenen Genehmigungen oder Freigaben durch die Stadt Heusenstamm gibt, so dass eine Verzögerung zumindest hierdurch aktuell nicht gegeben ist.

Aber: selbst wenn der Ausbau bis Jahresende klappt, fehlen immer noch drei Monate, sollte die Fa. Schnabel tatsächlich zum 30. September ihr Netz abschalten.

Und diese Zeit müsste nun überbrückt werden – entweder durch einen neu zu beantragenden DSL-Anschluss der Telekom bzw. eines alternativen Anbieters (der ohne Befristung abgeschlossen werden müsste, um diesen nach wenigen Wochen wieder kündigen zu können) oder durch die Nutzung mittels Mobilfunk (5G), wobei aber auch hier ein entsprechender Vertrag ohne langfristige Bindung und entsprechende Hardware notwendig wäre – dafür entfallen die ansonsten notwendigen Schaltungs- und ggf. auch Verkabelungsarbeiten. Eine weitere Alternative könnte übrigens das StarLink-Satellitensystem sein – ein Internetzugang hierüber lässt sich auch relativ schnell und ohne viel Installationsaufwand einrichten, so dass man ggf. auch hierüber die fehlenden Monate überbrücken könnte.

Sobald mir nähere Informationen dazu vorliegen, werde ich den Artikel entsprechend updaten. Natürlich freue ich mich auch über Informationen und Erfahrungen betroffener Bürger, die ich hier gern einfließen lasse.

 

UPDATE vom 31.08.2027: Inzwischzen liegt die Stellungnahme der Fa. Schnabel vor – ich zitiere hier die Antworten auf meine Fragen im Wortlaut:

1. Ist es richtig, dass die bestehenden Kabelfernseh-/Internetverträge zum 30.09.2026 gekündigt wurden?

Ja, das ist richtig. Wir haben sämtliche bestehenden Verträge gekündigt. Dies betrifft nicht nur Rembrücken, sondern alle Ortschaften, in denen wir bisher unsere Dienste angeboten haben.

2. Handelt es sich hierbei um eine Geschäftsaufgabe oder nur um die Einstellung der Versorgung in Rembrücken?

Leider müssen wir unser Unternehmen vollständig schließen. In den vergangenen Jahren kam es zu einer Vielzahl von Kündigungen. Zudem wurden unsere Versorgungsgebiete mittlerweile nahezu vollständig mit Glasfaser ausgebaut bzw. überbaut. Eine Übernahme unserer bestehenden Netze durch andere Unternehmen kam daher ebenfalls nicht zustande.

3. Welche Gründe liegen nach vielen Jahren erfolgreicher Tätigkeit dieser Entscheidung zugrunde?

Ein wesentlicher Grund ist die Gesetzesänderung im Jahr 2024 im Zusammenhang mit der Nebenkostenabrechnung. Dadurch kam es insbesondere bei Mehrfamilienhäusern zu einer Vielzahl von Kündigungen.

Darüber hinaus ist das lineare Fernsehen bereits seit Jahren rückläufig. Auch die personelle Situation spielt eine Rolle: Meine Mutter, die mittlerweile 70 Jahre alt ist, betreut das Büro alleine, während ich inzwischen allein für den kompletten Kundendienst zuständig bin.

Mit den aktuellen Umsätzen ist es uns leider nicht möglich, weiteres Personal einzustellen und den Betrieb langfristig wirtschaftlich fortzuführen.

4. Bieten Sie in Rembrücken Alternativen an oder bauen Sie die vorhandene Infrastruktur vollständig zurück?

Leider können wir selbst keine Alternative anbieten. Für unsere bisherigen Kunden gibt es jedoch verschiedene Möglichkeiten, weiterhin Fernsehen und teilweise auch weitere Dienste zu nutzen, beispielsweise über DVB-T2, DVB-S2, MagentaTV oder waipu.tv.

Zum Rückbau der bestehenden Infrastruktur können wir derzeit noch keine abschließende Aussage treffen.

 

„An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei unseren langjährigen und treuen Kunden bedanken. Wir haben wirklich alles versucht, den Betrieb noch länger aufrechtzuerhalten. Leider ist uns das letztendlich nicht gelungen. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Wir wünschen allen unseren Kunden für die Zukunft nur das Beste.“